AnyLearn Logo
Login

Grundlagen der
Kryptowährungen

Video: Steckt hinter Bitcoin eine Blase?

Woher kommt der Wert der Bitcoins?
Können Anleger jetzt noch einsteigen?
Ist eine Anlage in Kryptowährungen Zockerei?
Welche Kryptowährung sind eine Investition wert?

Weitere Videos zum Thema Kryptowährungen befinden sich schon in Vorbereitung.




Grundlagen

Bitcoin – Startschuss einer Revolution?

Die digitale Währung Bitcoin ist den Weg angetreten, die Welt zu revolutionieren. Tatsächlich schreitet der Erfolg des Bitcoin mit Siebenmeilenstiefeln voran, was nicht zuletzt durch den explosionsartigen Wertzuwachs begründet ist, der immer mehr Aufmerksamkeit in den Medien erregt.
Wer 2010 gerade mal fünf Euro in den damaligen Gegenwert von 2.000 Bitcoins investiert hätte, wäre heute längst mehrfacher Millionär.
In fast jeder Stadt sind heute schon Läden zu finden, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren und die Entwicklung scheint gerade erst begonnen zu haben. So viel Erfolg für eine Währung, dessen Erfinder lediglich unter seinem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ bekannt, aber bis heute nicht identifiziert ist?
Grund genug, den Bitcoin und die zugrunde liegende Technologie – die Blockchain – zu beleuchten und der Frage nachzugehen, ob hinter dem Bitcoin eine schon bald platzende Blase oder zukunftsfeste Technik steckt.

Blockchain, Blöcke, Transaktionen

Von kaum einem Begriff ist die Technikwelt derzeit so geprägt, wie von der „Blockchain“. Gleichzeitig hat der Begriff etwas magisch anmutendes an sich, denn so unprätentiös er auch klingt, wird ihm allerhand Potential beigemessen, zahlreiche neuartige Anwendungen hervorzubringen. Gefühlt soll alles „in die Blockchain“ wandern, um einfach besser, sicherer und transparenter zu sein. Aber was ist eigentlich die Blockchain?
Die „eine“ Blockchain gibt es nicht – verschiedene Kryptowährungen und Anwendungen nutzen jeweils eine eigene Blockchain. Die älteste Blockchain ist die des Bitcoins, die 2008 erstmals öffentlich beschrieben wurde und Anfang 2009 den Betrieb aufnahm. Heute gibt es tausende verschiedener Kryptowährungen mit separaten Blockchains.
Jede dieser Blockchains ist eine ständig länger werdende Kette, deren Glieder von großen Blöcken gebildet werden, von denen jeder Block viele Transaktionen beinhalten kann. Blockchain-Aufbau
Kryptografisch verkettete Blöcke bilden eine Blockchain


Zusätzlich zu den Transaktionsdaten nimmt ein Block üblicherweise technische Meta-Daten, wie die Versionsnummer der Blockchain oder einen Zeitstempel der letzten Änderung auf. Eine der wichtigsten Informationen, die in einem Block gespeichert werden, ist der Hash-Wert des jeweils vorherigen Blocks. Dieser besiegelt den Zustand des vorherigen Blocks und macht diesen unveränderlich.
Ein Hash-Wert ist im Prinzip eine kurze Prüfsumme, die aus allen Daten eines Blocks gebildet wird. Ein solcher Hash-Wert wird kryptografisch gebildet und hat die Eigenschaft, schon bei kleinsten Änderungen eines Blocks einen völlig anderen Wert anzunehmen. Hash-Werte lassen sich schnell bilden und sind daher gut geeignet, einen Soll-Zustand überprüfbar zu machen.
Würde irgendwo in der Blockchain eine Transaktion herausgenommen oder verändert werden, so würde der Hash-Wert des nachfolgenden Blocks nicht mehr zu dem manipulierten Block passen und die Manipulation würde sofort auffallen.

Bitcoin-Adressen

Eine Bitcoin-Transaktion beinhaltet die Informationen, in welcher Höhe ein Betrag von welchem Sender an welchen Empfänger gesandt wurde. Sender und Empfänger haben je eine Bitcoin-Adresse. Eine solche Adresse ist eine Art Kontonummer und besteht aus einer Zeichenkette von bis zu 34 alphanumerischen Zeichen. Solche Adressen können offline generiert werden und benötigen keinerlei Registrierung im Vorfeld. Erst wenn eine Bitcoin-Adresse das erste Mal in einer Transaktion verwendet wird, ist sie auch in der Blockchain bekannt.
Zu jeder generierten Adresse wird ein so genannter privater Schlüssel erzeugt. Man kann sich eine Bitcoin-Adresse auch wie einen gläsernen Briefkasten vorstellen. Die Adresse darf öffentlich bekannt gemacht werden, damit Bitcoins an die Adresse geschickt werden können. Jeder, der die Adresse kennt, kann zudem auch in den Briefkasten hinein schauen und den Inhalt sowie alle bisher erfolgten Transaktionen von und zu dieser Adresse sehen. Doch nur mit dem privaten Schlüssel kann der Besitzer den Briefkasten öffnen, um über die darin enthaltenen Bitcoins zu verfügen.
Der private Schlüssel ist in der in der Regel 256 Bit lang. Verliert der Besitzer ihn, so verliert er auch unwiederbringlich den Zugriff auf seine Bitcoins. So etwas wie eine Passwort-vergessen-Funktion gibt es nicht, denn die privaten Schlüssel werden schließlich nicht in der Blockchain gespeichert. Der Benutzer hat selbst dafür Sorge zu tragen, diesen sicher aufzubewahren. Hierfür gibt es sogenannte Wallets.

Wallets

Bitcoin-Wallets sind Computer-Programme oder Apps, die eine einfache Nutzung der Bitcoin-Infrastruktur möglich machen. So wie eine Brieftasche Münzen aufbewahrt, so übernimmt eine Wallet eine ähnliche Funktion. Technisch gesehen werden in einer Wallet jedoch keine Bitcoins gespeichert, sondern Bitcoin-Adressen und ihre dazugehörigen privaten Schlüssel.
Je nach Anbieter speichert die Wallet diese Daten zum Beispiel auf einer Festplatte, auf einem Smartphone, auf einem USB-Stick oder in der Cloud. Wer technischen Speichermedien gar nicht vertraut, kann auch Paper-Wallets nutzen, die in Form eines Ausdrucks als QR-Code auf Papier aufbewahrt werden können. Ein solcher Ausdruck kann zum Beispiel in einem Tresor gesichert werden.
In der Blockchain existiert kein separates Verzeichnis, das auflistet, wie hoch das verfügbare Guthaben hinter welcher Adresse ist. Um dies herauszufinden, müssen alle die Adresse betreffenden Transaktionen in der Blockchain betrachtet und hieraus der verfügbare Endbetrag errechnet werden. Somit wird klar, dass einzelne Bitcoins keine Codes oder Dateien sind, sondern sie ausschließlich durch Transaktionen repräsentiert werden.

Nachkommastellen

Bitcoins und die meisten Kryptowährungen können übrigens viel feiner unterteilt werden, als konventionelle Währungen. Anstelle von zwei Nachkommastellen sind es beim Bitcoin ganze acht. Sollte selbst diese Genauigkeit in der Zukunft nicht ausreichen, so könnte die Anzahl der Nachkommastellen durch eine Protokolländerung sogar noch weiter erhöht werden, ohne den Betrag der in Umlauf befindlichen Bitcoins zu verändern – es wären eben einfach noch feiner unterteilte Transaktionen zulässig.

Dezentrales System

Die Manipulationssicherheit einer Blockchain liegt maßgeblich darin, dass sie dezentral auf vielen Servern parallel abgespeichert wird und öffentlich eingesehen werden kann. Damit entzieht sie sich der Einflussnahme einer kontrollierenden Instanz. Stattdessen müssen Transaktionen von dem gesamten Bitcoin-Netzwerk abgesegnet werden, bevor sie als gültig anerkannt werden.
Aus diesem Grund gelten Transaktionen als umso sicherer, je älter sie sind, da die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Transaktion von anderen Parteien als fehlerhaft erkannt und storniert wird, schnell abnimmt.
Ein Blockchain-System wird umso sicherer, je größer das System ist und aus je mehr „Augen“ es besteht. Diese „Augen“ werden „Nodes“ genannt, da sie wie Knotenpunkte in einem großen Netzwerk miteinander verbunden sind. Blockchain - Bitcoin-Netzwerk
Das Bitcoin-Netzwerk besteht aus vielen Nodes, die jeweils die Blockchain speichern und diese gegenseitig überprüfen


Mining – so entstehen neue Bitcoins

Das Bitcoin-System ist so konzipiert, dass die Blockchain nur mit großem rechnerischen Aufwand um neue Blöcke ergänzt werden kann. Hierzu ist es notwendig, langwierige kryptografische Berechnungen – den so genannten „Proof of Work“ – durchzuführen, um Lösungen für dessen schwer lösbares mathematisches Problem zu suchen.
Der künstliche Schwierigkeitsgrad soll den übermäßigen Gebrauch oder Missbrauch verhindern und gilt nur für das Erstellen neuer Blöcke. Die Überprüfung auf Gültigkeit existierender Blöcke lässt sich dagegen sehr einfach und schnell bewerkstelligen.
Dieses Ungleichgewicht aus schwieriger Erstellung und leichter Verifikation wurde bewusst gewählt, damit Blöcke so schnell wie möglich von allen im Netzwerk befindlichen Nodes bestätigt werden können. Der Konsens – die Zustimmung der Mehrheit der Nodes ist notwendig, damit ein Block und die darin befindlichen Transaktionen in der Blockchain als gültig anerkannt werden.
Nur wenn Blöcke schneller von den Nodes überprüft werden können, als neue generiert werden, bleibt die Blockchain in einem integeren Zustand. Ohne den bremsenden Proof-of-Work-Mechanismus könnte sich ein ausufernder „Wasserkopf“ aus ständig neuen Blöcken bilden, hinter dem die Nodes mit der Verifikation gar nicht hinterher kämen.
Wer sich an der Suche nach neuen Blöcken betätigt, wird „Miner“ genannt. Der Begriff spiegelt den hohen Aufwand wider. Miner konkurrieren bei der Suche nach neuen Blöcken miteinander. Wer eine neue Lösung des Proof of Work findet und somit einen neuen Block erzeugt, bekommt eine Belohnung von derzeit 12,5 Bitcoins. Dies bildet einen Anreiz, das System aufrecht zu erhalten. Die Höhe dieser Belohnung wird alle vier Jahre halbiert, so dass immer weniger neue Bitcoins entstehen. Sinkt der Wert unter den kleinsten möglichen Wert, so ist die Obergrenze von rund 21 Millionen Bitcoins erreicht.
Bitcoins werden also im übertragenen Sinn durch die Miner „geschürft“. Mining und die Bitcoin-Obergrenze: Anzahl verfügbarer Bitcoins über die Zeit
Anzahl verfügbarer Bitcoins über die Zeit
Prinzipiell kann sich ein Jeder als Miner betätigen und beispielsweise seinen PC für die Berechnung neuer Blöcke arbeiten lassen. Computer-Prozessoren sind wahre Multitalente, die eine sehr große Zahl verschiedenster Aufgaben erledigen können. Grafikkarten besitzen jedoch spezielle Grafikprozessoren, die im Funktionsumfang viel eingeschränkter sind: Sie können nur bestimmte mathematische Operationen durchführen, diese allerdings viel schneller, als ein universeller Hauptprozessor. Das ist der Grund, warum Miner ihre Computer gerne mit sehr vielen Grafikkarten ausrüsten. 2017 kam aufgrund des hohen Bedarfs durch die Miner sogar zu anhaltenden Engpässen auf dem Grafikkartenmarkt.

Ökologisches Problem

Im großen Stil existieren mit Mining-Farmen ganze Rechenzentren, die teilweise die Stromaufnahme einer Kleinstadt haben. Die meisten dieser großen Miner haben ihren Standort daher Ländern wie China, wo die Strompreise günstig sind. Mit dem Standort geht das Problem einher, dass der dort zum Einsatz kommende günstige Strom meist in Kohlekraftwerken gewonnen wird. Regenerative Energiequellen sind hier kaum zu finden. Neben dem ökologischen Problem gibt es jedoch noch eine andere bedeutende Herausforderung der Blockchain: Die Transaktions-Geschwindigkeit.

Flaschenhals „Geschwindigkeit“ und steigende Transaktionskosten

Im Durchschnitt wird in der Bitcoin-Blockchain alle zehn Minuten ein neuer Block erzeugt. Dieser umfasst im Schnitt zwischen 1.000 und 2.000 Transaktionen. Nach ca. fünf Blöcken oder knapp einer Stunde gilt eine Transaktion als sicher. In der heutigen hektischen Welt ist dies eine sehr lange Zeit, die sich als problematisch erweisen kann.
So ist es undenkbar, beispielsweise beim Bezahlen im Supermarkt eine Stunde warten zu müssen, bis die Zahlung vom System anerkannt wird, wohingegen andere elektronische Zahlungen in Sekundenschnelle abgewickelt werden können. Sogar Überweisungen mittels des bisher langsamen europäischen SEPA-Verfahrens sollen in Zukunft Banken- und länderübergreifend binnen weniger Sekunden ausgeführt werden. Erste Banken unterstützen den schnellen technischen Standard bereits jetzt.
Durch die begrenzte Geschwindigkeit des Bitcoin-Netzwerks sind die dortigen Transaktionsgebühren rapide angestiegen. Lagen diese zu Anfang noch in zu vernachlässigendem Rahmen, wuchsen sie so stark an, dass sich Bitcoins kaum noch für die Bezahlung kleiner Beträge eignen – jedenfalls nicht, wenn es schnell gehen soll. Denn wer bereit ist, höhere Transaktionsgebühren zu bezahlen, dessen Transaktionen werden bevorzugt in einen Block aufgenommen.
Dem Geschwindigkeitsproblem der Blockchain wird zum einen damit begegnet, dass bestimmte Bitcoin-Zahlungsdienstleister das Ausfallrisiko einer Transaktion für den Zahlungsempfänger übernehmen und somit schnelle Einkäufe ermöglichen. Zum anderen versuchen sich verschiedene Kryptowährungen an unterschiedlichen Konzepten, die Geschwindigkeit der Transaktions-Bestätigung zu erhöhen.
Diese neueren Kryptowährungen werden entweder von Grund auf neu entwickelt oder entstehen durch Abspaltungen von bestehenden Währungen. Bitcoin Cash ist ein Beispiel für einen solchen Fork. Deren Entwickler erhöhten die Größe eines Blocks von 1 MB auf 8 MB, um achtmal so viele Transaktionen in der gleichen Zeit zu ermöglichen. Bis zum Zeitpunkt des Forks sind beide Blockchains identisch, da diese einfach kopiert wurde. Das bedeutet, dass jeder, der schon vor dem Fork Bitcoins besaß, nach dem Fork automatisch auch Bitcoin Cash sein eigen nennt. Vom Bitcoin haben sich schon mehrere Kryptowährungen abgespalten und es ist davon auszugehen, dass dies auch in der Zukunft erneut geschehen wird.
Der monetäre Wert einer solchen geforkten Währung liegt in der Regel deutlich unterhalb der Originalwährung. Je bedeutungsvoller die Vorteile sind, die ein Fork mit sich bringt, desto größer ist der Wert, zu dem die Währung gehandelt wird und desto stärker schwächt dies den Wert der Ursprungswährung.
So wird deutlich, dass ein Besitzer einer Kryptowährung jedes Mal, wenn es zu einem Fork kommt zwar automatisch virtuelle Münzen in der neuen Währung hinzubekommt, aber sich nicht zwangsläufig der Wert seines Vermögens erhöht.

Woher kommt der Wert der Bitcoins?

Bitcoins und andere Kryptowährungen werden an verschiedenen Online-Börsen gehandelt – ihr Wert bemisst sich dort durch Angebot und Nachfrage. Ähnlich wie zum Beispiel bei Gold.
Ein häufiger Einwand ist, dass Gold einen physischen Wert hat. Man kann Gold nutzen. Gold ist ein wichtiger Rohstoff für die Elektroindustrie und natürlich auch für die Schmuck-Herstellung.
Das ist richtig. Doch auch aus Sand lässt sich Vieles herstellen, wie zum Beispiel Mikrochips, Glas oder Baustoffe. Doch es wird niemand für eine Hand voll Sand das gleiche bezahlen, wie für eine Hand voll Gold. Und warum ist das so? Weil es Sand im Überfluss gibt, Gold dagegen knapp ist. Wären die Strände und Wüsten aus Gold, dann wäre Gold ein ebenso preisgünstiger Rohstoff, wie Sand. Dadurch dass Gold knapp ist, ist Gold viel wert.
Und wie ist das ganze mit Bitcoins und vielen anderen Kryptowährungen? Diese sind ebenfalls knappe Güter! Die maximale Anzahl an verfügbaren Bitcoins ist fest begrenzt. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass es per Design maximal 21 Millionen Bitcoins geben kann und nicht mehr. Papier- und Münzgeld wird ständig neu gedruckt und geprägt, dadurch verliert es kontinuierlich an Wert.

Ökonomische Betrachtungen

Bei einer Inflationsrate von 3% sinkt der Wert eines Euro nach 50 Jahren auf 22 Cent. Hinzu kommt, dass bekannterweise alle westlichen Staaten hoch verschuldet sind und selbst in wirtschaftlich starken Zeiten eine Reduktion von Staatsschulden nicht zu gelingen scheint. Durch den Effekt von Zinseszinsen wachsen Staatsschulden exponentiell, woraus sich eine häufig unterschätzte Gefahr ergibt, denn ein exponentielles Wachstum erreicht schnell Dimensionen, die nicht mehr befriedigt werden können – man erinnere sich an die Legende vom Schachbrett und den Reiskörnern.
Ökonomen befürchten, dass das Wachstum der weltweiten Staatsschulden auf kurz oder lang in einem Finanzcrash münden wird. Unterstützer von Kryptowährungen sehen hier große Chancen in der Begrenzung der verfügbaren Geldmenge. Bitcoins gelten als inflationssicher und vermögen hierdurch eine Wertaufbewahrungsfunktion besser zu erfüllen, als konventionelles Geld. Ein deflationäres Verhalten kann man Bitcoins und Co dagegen nur scheinbar zuschreiben. Solange die Nachfrage nach Bitcoins steigt, steigt auch ihr Wert steigen. Dieses Verhalten wird voraussichtlich noch lange anhalten. Selbst dann, wenn die Grenze von 21 Millionen Bitcoins erreicht ist, kann der Wert von Bitcoins noch weiter steigen, solange die Nachfrage steigt. Sollte Bitcoin eines Tages zu einer etablierten Währung herangewachsen sein und eine globale Marktdurchdringung erreicht haben, so wird sich auch der Wert stabil verhalten und kaum noch durch einzelne Akteure beeinflussbar sein.

Anonymität

Das Bitcoin-Netzwerk kann prinzipiell anonym genutzt werden. Aus einer Bitcoin-Adresse lässt sich nicht erkennen, von welcher Person diese verwendet wird. Auf der anderen Seite ist das System sehr transparent. Jede einzelne Transaktion kann genauestens nachverfolgt werden und das schränkt die Anonymität wiederum ein.
Stellen Sie sich vor, Ihr Arbeitgeber würde Ihr Gehalt in Bitcoin bezahlen. Da er hierfür Ihre Bitcoin-Adresse kennen muss, an die er Ihr Gehalt überweist, könnte er nun auch sehen, wie viel Geld auf Ihrem Konto liegt und alle anderen diese Adresse betreffenden Transaktionen sehen.
Bitcoins, die nachweislich mit illegalen Geschäften verbunden werden können oder die durch Hacker gestohlen wurden, können auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Die Annahme solcher „Tinted Bitcoins“ kann von Zahlungsempfängern ausgeschlossen werden. Dies macht es kriminellen Bitcoin-Besitzern schwierig, ihr Geld zu waschen, doch auch unbescholtene Bürger können Probleme bekommen, wenn sie bei einer Transaktion „verschmutzte“ Bitcoins annehmen und diese später nicht mehr eintauschen können.

Ausblick

Zum aktuellen Zeitpunkt existieren bereits mehrere tausend Kryptowährungen. Es ist davon auszugehen, dass dies ein Überangebot ist, von dem langfristig nur wenige Marktteilnehmer überleben können. Gleichwohl ist dieser Schritt notwendig, um die Entwicklung voranzubringen, neue Ideen hervorzubringen und die Kryptowährungen allgemein weiterzuentwickeln.
Kryptowährungen sind noch jung und volatil: In dieser immer noch frühen Phase kommt es zu starken Kursschwankungen – das ist normal und gehört zu der frühen Phase dazu.
Zum Vergleich: Der Wert des Euro gegen den Dollar schwankt ebenfalls ständig – zwar nicht so stark, weil sich die viel größeren Marktvolumina nicht so stark ändern, wie jene von Bitcoin und Co., wo momentan viel mehr Bewegung im Spiel ist. Diese Fluktuationen bei den Kryptowährungen werden jedoch im Laufe der Zeit abnehmen, je stärker sich diese etablieren und stabilisieren, was ihre Kursschwankungen und ihren dauerhaften Wert anbelangt.
Interessierte Anleger können sich an der Marktkapitalisierung der einzelnen Kryptowährungen orientieren: Sehr junge Kryptowährungen sind deutlich volatiler und bergen verständlicherweise ein größeres Verlustrisiko – doch auch enorme finanzielle Sprünge nach oben sind umso wahrscheinlicher. Hier kommt es regelmäßig vor, dass ein Kurs auch mal binnen eines Tages seinen Wert verdoppelt oder halbiert. Die großen Player im Markt können mit einer etablierten Infrastruktur aufwarten und ihre Kurse bewegen sich in der Regel nicht ganz so schnell, so dass Anleger im Falle des Falles mehr Zeit zum Reagieren haben.

Bitcoins kaufen

Bitcoins und Co. stellen neuartige Bezahlmöglichkeiten, derzeit vor allem aber eine interessante Anlageform dar. Doch wo bekommt ein Interessent die virtuellen Münzen her und wie werden sie aufbewahrt?
Zum einen existieren bereits in vielen Ländern Bitcoin-Automaten, an denen anonym Bitcoins erstanden werden können. Zum anderen existieren diverse Online-Plattformen, über welche Geld in Bitcoins eingetauscht werden kann. Deutschlands wohl bekanntester Marktplatz bitcoin.de kooperiert mit der Fidor-Bank und bietet seinen Kunden die Möglichkeit, über ein Girokonto Guthaben in Bitcoins und zurück zu tauschen. Die dort erstandenen Bitcoins können dort belassen oder auch zu anderen Online-Börsen transferiert werden, wo Bitcoins in zahlreiche andere Kryptowährungen getauscht werden können.
Die virtuellen Münzen können bei dem jeweiligen Anbieter gespeichert bleiben oder in eigene Wallets übertragen werden. Aus Sicherheitsgründen ist dies empfehlenswert, denn mit ihren hohen finanziellen Werten sind Krypto-Börsen interessante Ziele für Hacker.

Steuern

Bitcoins sind in Deutschland kein anerkanntes Zahlungsmittel und damit nur wenig reguliert. Erzielte Gewinne können der Steuerpflicht unterliegen. Hier spielen Anschaffungs- und Veräußerungszeitpunkte der virtuellen Münzen eine entscheidende Rolle: Wer Bitcoins kauft und in weniger als zwölf Monaten wieder verkauft oder in andere Kryptowährungen tauscht, der muss die jeweils erzielten Kursgewinne bei der Steuer angeben.
Liegt zwischen dem Kauf und dem Verkauf von Bitcoins jedoch mindestens ein Jahr, so ist dieser Spekulationsgewinn steuerfrei – ein langes Halten ist steuerlich also besonders interessant.

Alternativen

Neben Bitcoin existiert eine unüberschaubare und ständig wachsende Fülle interessanter Kryptowährungen, die dem Bitcoin-System teilweise überlegen sind. Beispielsweise Monero merzt viele Probleme des Bitcoin aus: Die ebenfalls auf einer Blockchain basierende Währung ermöglicht höchste Anonymität – hier lässt sich durch Dritte weder feststellen, welches Vermögen in einer Wallet liegt, noch lassen sich Transaktionen nachverfolgen. Daher gibt es hier auch keine „verschmutzten“ Münzen. Noch dazu gilt Monero als sicher vor Angriffen durch Quantencomputer.
Auch die junge Währung IOTA ist im Gegensatz zu Bitcoin quantensicher. IOTA basiert jedoch nicht auf der Blockchain-Technologie, sondern nutzt eine neue Technologie namens „Tangle“, die auf gerichteten azyklischen Graphen fußt. Transaktionen werden nicht von Minern bestätigt, sondern von anderen IOTA-Nutzern. Daher ist IOTA für schnelle und kostengünstige Transaktionen geeignet. Auch ökologisch dürften Währungen wie IOTA die Nase deutlich vorne haben.
Die Entwicklung geht weiter und Bitcoin mag nicht die endgültige Zukunft des Kryptogeldes sein, aber Bitcoin bleibt sicherlich noch für lange Zeit von höchster Relevanz. Allein schon, um verschiedene Kryptowährungen zu kaufen oder untereinander zu tauschen führt selten ein Weg an Bitcoin als Einstiegs- oder Zwischenpunkt vorbei. Denn den Tausch von Euro in Kryptowährungen ermöglichen nur wenige Plattformen – Bitcoins unterstützen praktisch alle.

Diese Internetseite verwendet Cookies.

Für eine uneingeschränkte Nutzung dieser Internetseite werden Cookies benötigt. Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Details anzeigen